Landesverfassung

 Schein und sein
 

Villingen-Schwenningen.  „Der Mensch ist berufen, in der ihn umgebenden Gemeinschaft seine Gaben in Freiheit und in der Erfüllung des christlichen Sittengesetzes zu seinem und der anderen Wohl zu entfalten.

Der Staat hat die Aufgabe, den Menschen hierbei zu dienen. Er faßt die in seinem Gebiet lebenden Menschen zu einem geordneten Gemeinwesen zusammen, gewährt ihnen Schutz und Förderung und bewirkt durch Gesetz und Gebot einen Ausgleich der wechselseitigen Rechte und Pflichten.“ Soweit Artikel 1 der Verfassung des grün-schwarz regierten Landes Baden-Württemberg und soviel zur Theorie.

In der alltäglichen Praxis sieht es allerdings – und das nicht erst seit gestern – ganz anders aus:

x  „Mann im eigenen Auto überfallen und ausgeraubt. Ein 33-jähriger Mann, der in den frühen Morgenstunden wegen eines Plattfußes den linken vorderen Reifen seines Wagens wechseln mußte, wurde brutal überfallen. Als er sich wieder auf den Fahrersitz setzte, wurde er von einem auf den Rückbank sitzenden Mann mit den Worten „Geld her! Geld her.“ bedroht. Darüber hinaus hielt der Täter dem Mann eine Schußwaffe an die Schläfe, um der Forderung Nachdruck zu verleihen. (Schwarzwälder Bote Villingen-Schwenningen v. 10.3.17)

x     „Jugendlichen mit Waffe bedroht. Zwei unbekannte Männer verfolgten einen 16-jährigen. Ein Täter blendete auf Höhe des Hundeplatzes den jungen Mann mit einer Taschenlampe und bedrohte ihn mit einem Messer. Anschließend griff derselbe Maskierte nach dem Handy des Opfers und warf es in eine angrenzende Wiese. Dann wurde der 16-jährige unvermittelt von dem zweiten Täter mit einem Baseball-schläger in den Rückenbereich geschlagen. Das Opfer wurde anschließend aufgefordert, seine Wertsachen auszuhändigen. Dem kam der junge Mann nicht nach, woraufhin der zweite Maskierte eine Pistole zückte, um der Aufforderung Nachdruck zu verleihen. Der erste Täter durchsuchte nun das Opfer und entwendete aus dessen Jackentasche den Geldbeutel.“ (Die Neckarquelle v. 9.3.17)  

x      Mann wird handgreiflich. Ein 27-jähriger, aus dem Irak stammender Mann ist grundlos auf eine Gruppe junger Männer und Jugendlicher im Bereich des Bahnhofes losgegangen, hat einem aus der Gruppe eine Flasche Bier entrissen und eine Frontscheibe eines geparkten Auto eingeschlagen. (Die Neckarquelle v. 6.3.17)

Schlußwort:

Solche und ähnliche Meldungen – diesmal aus dem SPD, regierten Villingen-Schwenningen, sind nahezu alltäglich. Man registriert: Schein (Landesverfassung) und Sein (das tagtägliche Erleben) sind mal wieder meilenweit auseinander!

Jürgen Schützinger – Kreis- u. Stadtrat