Es wird Nacht, Senorita

 … nimm mich mit in dein Häuschen!

Villingen-Schwenningen. Getreu dem Liedchen des jüngst verstorbenen Komponisten und Schlagerstars Udo Jürgen Bockelmann, genannt „Udo Jürgens“, hat sich angesichts der überbordenden Flüchtlingszahlen nunmehr eine prominente Künstlerkollegin, medienwirksam begleitet, mühsam dazu durchgerungen, traumatisierte Menschen, die ansonsten bei Nacht frierend und müde vom Wandern ohne Quartier draußen stehen müßten, eine warme Herberge anzubieten. Das Willy-Millowitsch-Töchterchen, die Schauspielerin Mariele Millowitsch (59), hat sich im Bereich des Flüchtlingsunwesens, einem rettenden Engel gleich, eingebracht und sage und schreibe in einem ihrer bescheidenen Häuschen gleich zwei Menschen auf einmal Unterschlupf gewährt. Gegen Miete, die offensichtlich von der Stadt Köln zuverlässig-pünktlich bezahlt wird, versteht sich. Wie zu erfahren war, soll es sich bei den beiden obdachsuchenden Flüchtlingen um eine Grundschullehrerin mit ihrem Sohnemann aus Sri Lanka handeln. Wenn das man keine Leistung ist!

Bundesweite Schlagzeilen sind dem Millowitsch-Gutmenschtöchterlein (sie über sich: „Ich bin eine Kitsch-Jule“) jedenfalls ob dieser wahrhaft humanen Heldentat allemal gewiß. Und wenn dieses vorbildhafte Tun (Sogar reiche Schauspieler stehen als Unterkünftler zur Verfügung!) dann bei den ebenfalls sehr geschäftstüchtigen Schleppern und deren potentiellen Kundenkreisen erst mal die Runde macht, dann dürfte aber erst recht was abgehen, auf dem Mittelmeer („der größte Friedhof Europas“) und an den einschlägig bekannten Anlandungsstellen!

Mal ganz unter uns: Hätte Marielchen die Flüchtlingsgroßfamilie (Mütterchen mit Söhnchen) nicht auch auf eigene Kosten und ohne peinlichen Medienrummel in einer ihrer Immobilien aufnehmen können? Ich meine schon! Und wenn es der barmherzigen Dame wirklich ausschließlich um die Linderung eines vorgegebenen Flüchtlingsleides gegangen wäre und nicht, wie ich vermute, vordergründig darum, wieder mal mittels eines geschickt inszenierten  Medienrummels ins Geschäft zu kommen, dann hätte sie das wohl auch getan. An den hierfür erforderlichen Mitteln und Möglichkeiten bestünde bei der Millowitsch-Tochter ohnehin, das darf getrost unterstellt werden, sicherlich keinerlei Mangel.

Um mit Mariele M. zu enden:

„Am liebsten hätte ich ganz viele Wohnungen, aber ich habe nur die eine gehabt, leider!“

Wer`s glaubt wird selig – wer nicht, kommt (vielleicht) auch in den Himmel!

Mit ergriffenen Grüßen

Jürgen Schützinger – Kreis- u. Stadtrat