Poligration

Verwurzelte Sicherheit


Villingen-Schwenningen. Die parlamentarische Musterrepublik Baden-Württemberg zählt rund 11 Millionen Einwohner, die es sich auf einer Fläche von ca. 35.752 Quadratkilometern mehr oder weniger gut gehen lassen können und auf ein sorgenfreies Leben hoffen.

Von großen Sorgen umgeben ist beispielsweise die grün-rote Kretschmann-Schmid-Landesregierung unter anderem deshalb, weil es im Ländle, ihrer maßgeblichen Meinung nach, viel zu wenig Wurzelpolizei gäbe. So wird öffentlichkeitswirksam bedauert, daß es im Südwesten nur zu zehn Prozent ausländisch-verwurzelte Landespolizeibedienstete gäbe. Immerhin scheint das Licht am Ende des Tunnels zu leuchten: Bei den Polizei-Neueinstellungen liegt der Wurzelanteil schon mal bei rund 20 Prozent mit zunehmender Tendenz. Immerhin haben in BaWü ein Viertel der Gesamtbevölkerung einen Migrationshintergrund. Hier besteht also noch ein gehöriger Polizeiintegrationsnachholbedarf (innerdienstlicher Arbeitstitel: „Poligration“). Dies auch in Betrachtziehung dessen, daß bei Kindern und Jugendlichen bereits ein Drittel verwurzelt sind.

Die derzeitige Landesregierung gibt sich zweifellos alle erdenkliche Mühe, die von ihrer schwarz-gelben Vorgängerregierung in den 1990er Jahren angefangene Migrantenpoligration beschleunigt fortzusetzen um die Breite der Bevölkerung in Sicherheit zu wurzeln.

In ganz besonderem Tunnellicht erscheint in diese Zusammenhang die betriebene Novellierung des Telekommunikationsgesetzes, wonach die jeweiligen Anbieter künftig „der Polizei“ PIN-Nummern oder Paßwörter, also Kundendaten, mitzuteilen haben. Das entsprechende Gesetz soll am 1. Juli 2013 in Kraft treten. Mafiöserseits sind dahingehend noch keine Widerstandsregungen erkennbar. Wieso sollte es auch welche geben, wenn man sich doch zusehends schon direkt und immer mehr an der Quelle bedienen kann und darf!

 

Mit poligranten Grüßen

Jürgen Schützinger (Kreis- u. Stadtrat)

PS: Leben wir eigentlich jetzt, also seit polizeilicher Verwurzelung, sicherer „wie früher“ oder was?